Sensomotorik - Was ist das überhaupt?

Sensomotorik, Propriozeption und Feinmotorik sind Begriffe, die im heutigen Sprachgebrauch häufig auftauchen. Es ist die Rede von Sensibilisierungs- und Stabilisierungstraining von Balance-Pads und Wackelbrettern, doch was sich genau dahinter verbirgt ist oftmals unklar. Jeder hält es für selbstverständlich, dass der Mensch sich seiner Körperlage im Raumoder den Bewegungen seiner Extremitäten bewusst ist. Wenn wir mit geschlossenenAugen unseren Körper bewegen, wissen wir recht genau, an welcher Stelle des Raumes sich z. B. gerade der rechte Fuß befindet oder ob unser Kniegelenk im Augenblick gebeugt ist oder nicht. Wir verfügen demnach nicht nur über Sinnesorgane zur Aufnahme von Informationen aus der Umwelt (Exterozeptoren), sondern auch über ein System, das uns über die Eigensituation des Körpers unterrichtet. Diese Selbstwahrnehmung bezeichnet man Propriozeption.

Unter Sensomotorik versteht man die „just-in-time“ - Verarbeitung von propriozeptiven Reizen durch das Zentrale Nervensystem (ZNS). Der Körper verfügt über eine Vielzahl an „Messinstrumenten“ (Propriozeptoren), die ihm allerlei Informationen über die momentane Körperposition geben (z.B. Muskel-, Sehnenspannung oder Gelenkposition). Anhand dieser Informationen stellt das ZNS einen IST-Zustand her und entscheidet welche Muskeln aktiviert werden, um den SOLL-Zustand, die Bewegung herzustellen. Diese Verknüpfungen speichert das ZNS und ermöglicht so automatisierte Bewegungsmuster, die bei gleichen Situationen unbewusst abgerufen werden.

Somit versteht man unter Sensomotorik die Wechselbeziehung der Aufnahme und Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen sowie die Reaktion der Muskulatur und des Bewegungsapparats auf diese Wahrnehmung. Motorische Abläufe werden durch sensorische Rückmeldung gesteuert und modifiziert.

Betrachtet man sich nun einmal die Beine als dynamische Säulen, die unseren Körper sicher durch die Gegend tragen, so wird die Stabilität dieser Säulen durch das Hüft-, Knie- und Sprunggelenk unterbrochen. Jedes Gelenk bewegt sich unabhängig und dennoch können sie nur gemeinsam für eine stabile Statik sorgen. Als Kontaktfläche mit dem Untergrund kommt dem Fuss mit seinen 26 Knochen, zahlreichen kleinen Muskeln und über 70 000 Nervenenden eine besondere Bedeutung zu. Er ist das initiierende Körperteil bei der Bewegung und somit ideal empfänglich für Korrekturen.

Um nun bereits bestehende Bewegungsmuster aufzubrechen, die aufgrund unphysiologischer Haltungen oder Fehlstellungen  Beschwerden verursachen, bedarf es einiger Kenntnisse über die Anatomie und die Regelkreise der beteiligten Muskulatur und derer passiven Strukturen.

Die Versorgung mit Senso-motorischen und Senso-dynamischen Masseinlagen hilft unseren „Beinsäulen“ wieder stabil zu werden. Sie stimulieren und hemmen bewusst Muskeln, Sehnen und propriozeptive Druckpunkte am Fuss und verursachen damit einen neuen IST-Zustand, was wiederum unser ZNS dazu veranlasst Veränderungen am Bewegungsmuster zu generieren. So kann muskulären Dysbalancen und Fehlstellungen entgegen gewirkt werden und  wieder ein beschwerdefreies Gehen ermöglicht werden.

 

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